Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

Leitlinienmanager

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) ist mit Sitz in Düsseldorf eine gemeinnützige wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 10.600 Mitgliedern. Zu den Zielen der DGK gehören die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen, die Aus-, Weiter- und Fortbildung der Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien.

Unter den Leitlinien versteht man eine konkrete Anleitung für Ärzte, welche die Herangehensweise bei bestimmten Krankheitsfällen eines Patienten beschreibt. Sie dienen dazu, einen besseren und schnelleren Weg für die Feststellung und den Umgang mit einer Erkrankung zu wählen. Diese Leitlinien werden von mehreren Fachärzten geschrieben und immer mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Vorgehensweisen befüllt. In diese fließt also Wissen von mehreren Personen ein, welches zentral aktualisiert und verwaltet werden muss. Vor der Veröffentlichung von neuen und aktualisierten Leitlinien müssen diese von Gremien geprüft und freigegeben werden. Erst im Anschluss daran können diese Leitlinien für die Ärzte veröffentlicht werden.

Für die Ärzte bietet jede neue oder aktualisierte Leitlinie die Möglichkeit, Krankheitsbilder von Patienten noch früher einzuordnen und eine gezieltere Behandlung der Erkrankung durchzuführen. Dabei wird nicht nur die Krankheitszeit eines Patienten verkürzt, sondern im besten Fall ein Leben gerettet. Die Aktualisierung, Prüfung und anschließende Freigabe von Leitlinien sollte also noch schneller erfolgen, sodass diese im Anschluss an die Freigabe unverzüglich an die Ärzte verteilt werden können. Um die Mitarbeiter der DGK und auch die Autoren der Leitlinien bei dem Prozess der Erstellung und Aktualisierung von Leitlinien und der Freigabe dieser zu unterstützen, sollte eine Softwarelösung mit den individuellen Anforderungen entwickelt werden.

Die ersten Spezifikationen für die Softwarelösung wurden von der DGK bereitgestellt. In persönlichen Gesprächen konnten ein tieferer Einblick in die Prozessdurchführung erhalten und weitere Anforderungen an die Softwarelösung herausgefunden werden. Anhand der zur Verfügung gestellten Spezifikationen und gesammelten Informationen wurde ein Realisierungskonzept geschrieben. Im Anschluss an die Freigabe des Realisierungskonzepts konnte die Entwicklung der individuellen Softwarelösung anhand dessen gestartet werden.

Der von trinidat entwickelte »Leitlinienmanager« ist eine Webanwendung, welche sowohl im Intranet für DGK Mitarbeiter, als auch im Internet für die Autoren bereitgestellt wird. Zu den Aufgaben des »Leitlinienmanagers« gehört zum einen die Koordination der Autoren. Weiterhin bietet dieser zusätzlich eine Plattform für den Austausch von Manuskripten. Die Kernaufgabe des »Leitlinienmanagers« ist die Unterstützung der DGK in der Durchführung des kompletten Prozesses. Somit werden die Beteiligten von der Beauftragung bis hin zur Veröffentlichung einer aktualisierten oder neuen Leitlinie durchgeführt, was die Zentralisierung der Daten und die schnellstmögliche Veröffentlichung von der Leitlinie ermöglicht.

Zertifizierungsdatenbank

Ein weiterer Aufgabenbereich der DGK ist die Erteilung von Zertifikaten für bestimmte Behandlungs- und Diagnosemethoden an Institutionen und Stätten. Für die verschiedenen Zertifizierungsarten sind unterschiedliche Zertifizierungsprozesse einzuhalten. Anhand der Zertifizierung einer Einrichtung kann sichergestellt werden, dass diese nach dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand arbeiten. Von dem Zertifizierungsprozess sind zum einen die Antragssteller betroffen, welche einen Antrag bei der DGK einreichen um ein Zertifikat für eine Behandlungs- und Diagnosemethode zu erhalten. Weiterhin werden Gutachter mit einbezogen, welche diese Anträge prüfen und eventuelle Korrekturen vornehmen. Im Anschluss an die Freigabe des Antrags durch die Gutachter wird dieser an ein Gremium gegeben. Dieses ist für die finale Entscheidung der Aushändigung eines Zertifikats für die Institutionen und Stätten verantwortlich.

Die Zertifikate zeigen die Spezialisierung einer Institution oder Stätte für bestimmte Behandlungs- und Diagnosemethoden. Für Außenstehende wird der Status einer Einrichtung dargelegt. Hierdurch können neue Ärzte für eine Behandlungs- und Diagnosemethode gewonnen werden und der spezielle Bereich dadurch erweitert werden. Für Patienten bietet dies die Möglichkeit direkt an eine passende Institution oder Stätte für ihre Erkrankung überwiesen zu werden. Der Patient gelangt dadurch in eine, speziell für die Erkrankung, ausgestattete und ausgelegte Institution oder Stätte und erfährt dadurch die bestmögliche Behandlung.

Die steigende Anzahl an Anforderung für ein Zertifikat einer bestimmten Behandlungs- und Diagnosemethode durch die Institutionen oder Stätten führte dazu, dass mehr Personal für die den Zertifizierungsprozess bereitgestellt werden musste. Ein Grund für die Anforderung an eine individuelle Softwarelösung für die Unterstützung bei den Zertifizierungsprozessen bestand also darin, die Anzahl der eingesetzten Ressourcen für Zertifizierungen wieder zu reduzieren. Einen weiteren Mehrwert sollte die Softwarelösung dahingehend bieten, dass eine bessere Übersicht der laufenden, abgeschlossenen und anstehenden Zertifizierungen bereitgestellt wird. Hierdurch können sich die Mitarbeiter der DGK an einer zentralen Stelle über aktuell anstehende und zukünftige Aufgaben erkundigen und eine bessere Ressourcen- und Zeitplanung für die einzelnen Zertifizierungsprozesse vornehmen. Außerdem ist hierdurch eine schnellere und effizientere Durchführung der Zertifizierungen von Institutionen und Stätten und anschließender Ausstellung eines Zertifikats für diese möglich.

In den ersten persönlichen Gesprächen mit der DGK konnte sich die trinidat einen Überblick über die Anforderungen an die Softwarelösung verschaffen. Anhand dieser wurde ein Grobkonzept erstellt in dem der Umfang und benötigte Funktionen aufgenommen und beschrieben wurden. In wöchentlich stattfindenden Meetings wurden die genaueren Spezifikationen für einzelne Prozesse und Funktionen definiert. Innerhalb des Sprints wurde die Entwicklung der individuellen Softwarelösung mittels einer agilen Programmierung durchgeführt.

Auch bei der von trinidat entwickelten »Zertifizierungsdatenbank« handelt es sich um eine Webanwendung. Diese ist sowohl für die DGK Mitarbeiter über das Intranet, als auch für Antragsteller, Gutachter und Gremien über das Internet erreichbar. Mit der »Zertifizierungsdatenbank« wird der DGK eine globale Adressverwaltung bereitgestellt. Weiterhin wird eine bessere Übersicht der laufenden, abgeschlossene und anstehenden Zertifizierungen geboten. Die Hauptaufgabe der »Zertifizierungsdatenbank« ist die Unterstützung der DGK in der Durchführung eines Zertifizierungsprozesses. Dabei kann der Zertifizierungsprozess je nach Zertifizierungsart individuell angepasst werden. Infolge von Statusinformationen ist es der DGK möglich den aktuellen Stand eines Zertifizierungsprozesses zu ermitteln und anstehende Aufgaben sinnvoll zu planen. Auch eine effizientere Planung der einzubindenden Gutachter für die Durchführung eines Audits des Antrags wird durch die bereitgestellte »Zertifizierungsdatenbank« ermöglicht.

Mittels des externen Zugangs auf die »Zertifizierungsdatenbank« wird ein Online-Formular für den Antragsteller bereitgestellt. Nach der Antragsstellung wird dieses den Gutachtern zur Verfügung gestellt, welche den Antrag innerhalb eines Audits prüfen und Korrekturen vornehmen. Wird die Freigabe durch die Gutachter erteilt, erfolgt die Übergabe des Antrags an ein Gremium. Damit ein Gremium jedoch nicht für jeden Antrag einzeln zusammengerufen werden muss, können die Anträge über die »Zertifizierungsdatenbank« gesammelt und einem gewählten Gremium gebündelt vorgelegt werden. Das Gremium entscheidet dann final über die Ablehnung oder Freigabe eines Zertifikats für die Institution oder Stätte. Die Freigabe einer Zertifizierung führt zur Aushändigung des Zertifikats für eine bestimmte Behandlungs- und Diagnosemethode.

Die Anwendung wird in diesen Bereichen bereits erfolgreich eingesetzt und bietet für die Mitarbeiter eine enorme Arbeitserleichterung. Weitere Ideen und Wünsche führen dazu, dass die Softwarelösung stetig weiterentwickelt und mit neuen hilfreichen Funktionen versehen wird.

Technologien:

  • Microsoft .NET, C#
  • MVC
  • HTML, CSS, JavaScript
  • Microsoft SQL-Server